22. Jahrestagung, 26. – 28. November 2025, Universität Graz


Thema

KrisenFest: Machen Schlüsselkompetenzen nachhaltig resilient?


Herzlich willkommen

…zur 22. Jahrestagung der Gesellschaft für Schlüsselkompetenzen in Lehre, Forschung und Praxis e. V., die in diesem Jahr in Kooperation mit dem Zentrum für Soziale Kompetenz an der Universität Graz erstmalig in Österreich stattfindet.

Wir halten den Atem an, staunen, schauen ungläubig, schütteln den Kopf, resignieren. So oder so ähnlich begegnen wir den uns unwohl kalt umspülenden veritablen Krisen und Bedrohungslagen. Belastungen Stand zu halten, schwierige Situationen konstruktiv zu bewältigen und diese im besten Fall als Anstoß für Weiterentwicklungen nutzen zu können: Das sind dann auch Herausforderungen und Fähigkeiten, denen sich gleichsam Individuen, Teams, Organisationen und Gesellschaften stellen und aneignen müssen, was im positiven Sinne wohl so viel heißt, Resilienz, Widerstandskraft aufzubauen und diese zu erhalten. Entsprechend werden im Rahmen der Tagung unterschiedliche Ebenen in den Blickwinkel genommen und folgende Leitfragen adressiert:

  • Welche Schlüsselkompetenzen werden in den Bereichen Kommunikation, Selbststeuerung, Kooperation, gesellschaftliche Verantwortung insbesondere in Krisenzeiten benötigt?
  • Inwiefern verstärkt Kommunikation über die Krise das Erleben der Krise und mit welchen Mitteln kann relativiert und entschärft werden?
  • Welche Aspekte der Kooperation wirken dysfunktional und befeuern Krisen – und welche Lösungen gibt es?
  • Welche Demokratiekompetenzen sind erforderlich, damit wir unsere Verantwortung als Bürger:innen wahrnehmen können?
  • Auf welche Weise können Bildungseinrichtungen wie Universitäten und Hochschulen die Entwicklung von Resilienz bei Studierenden vorantreiben?

Der Pre-Workshop „Gruppendynamik“ lädt Sie dazu ein, in diese an der Universität Graz seit 25 Jahren angebotene Lehrveranstaltung einzutauchen. Im Fokus steht der wirkmächtige Einfluss von Gruppendynamik zur Prävention sozialer Spaltung in Zeiten der Polarisierung.

Lassen Sie sich in den spannenden Keynotes auf das Generalthema einstimmen und nutzen Sie in den Workshops die Möglichkeit zur Auseinandersetzung und Diskussion, zum direkten Erleben und Erfahren von Schlüsselkompetenzen im Kontext von Resilienz.

Neben inspirierenden inhaltlichen Perspektiven steht auch der Festakt anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Zentrums für Soziale Kompetenz auf dem Programm. Es erwartet Sie nicht nur ein geselliges, sondern auch ein humorvolles Come Together.

Wir freuen uns auf Sie!

Zur Tagungswebsite der Universität Graz


#nachgefragt

Griaß enk!

Erstmals in Österreich fand die 22. Jahrestagung der Gesellschaft für Schlüsselkompetenzen in Lehre, Forschung und Praxis e.V. vom 26. bis 28. November 2025 in Graz statt – ausgerichtet vom Zentrum für Soziale Kompetenz der Universität Graz. Unter der Leitfrage „KrisenFest: Machen Schlüsselkompetenzen nachhaltig resilient?“ widmete sich die Veranstaltung den Herausforderungen und Chancen, die Schlüsselkompetenzen in Krisenzeiten bieten. Rund 60 Teilnehmer:innen aus Hochschulen, Universitäten und Institutionen kamen zusammen, um sich kollaborativ auszutauschen und voneinander zu lernen.

Bereits vor Beginn der eigentlichen Tagung bot ein Pre-Workshop die Gelegenheit, die traditionsreiche Lehrveranstaltung „Gruppendynamik“, die seit 25 Jahren an der Universität Graz angeboten wird, näher kennenzulernen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Gruppendynamik dazu beitragen kann, soziale Spaltung in Zeiten von Polarisierung zu verhindern.

Zwei Keynotes, in denen sehr unterschiedliche Perspektiven transportiert wurden, eröffneten den Tagungsteilnehmer:innen einen Einstieg in das Thema Resilienz.

Keynotes: Zwei unterschiedliche Blickwinkel auf Resilienz

Denis Mourlane, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und Systemischer Berater und Coach, definierte Resilienz als das Vermögen eines dynamischen Systems, sich erfolgreich an Störungen anzupassen, wobei mit dem Begriff System sowohl Individuen, als auch Gruppen, Gesellschaften oder Organisationen angesprochen wurden. Anhand eines Putzschwämmchens, das aus einem resilienten Material besteht, demonstrierte Mourlane das Phänomen der Anpassungsfähigkeit, wohingegen ein Gummiband bei starker Dehnung den resilienten Bereich verlässt und nicht mehr in den Normalzustand zurückkehren kann, es reißt.

Um den Umgang mit Krisen zu erlernen und eine gewisse Krisenfestigkeit zu entwickeln, präsentierte er das von ihm entwickelte FRIENDS-Modell©, eine Metatheorie der individuellen Resilienz.

Oberst Michael Bauer, Pressesprecher des Bundesministeriums für Landesverteidigung, widmete sich in seiner Keynote der spannenden Frage, welche Rolle Werte wie Disziplin, Hierarchie und Struktur für den Erfolg in Krisensituationen spielen. Seine Ausführungen lösten kontroverse Diskussionen aus: Was bedeutet Mut in einer Krise? Sind Gehorsam und die Überwindung eigener Ängste z.B. in der Kletterwand ein Ausdruck von Mut – oder zeigt sich Mut gerade im Ungehorsam? Ein weiteres zentrales Spannungsfeld in der Resilienzbildung, das in der Diskussion deutlich wurde, war die Frage nach individuellen Bedürfnissen und Strukturen. Oberst Mag. Michael Bauer betonte, dass resiliente Organisationen weniger auf Selbstverwirklichung ausgerichtet sind, sondern vielmehr auf klare Regeln und die Fähigkeit, sich in bestehende Strukturen einzufügen. Diese Perspektive warf die grundlegende Frage auf, wie sich persönliche Freiheit und kollektive Verantwortung in Krisenzeiten miteinander in Einklang bringen lassen.

4 Workshops – 12 Fragen – 1 Positionspapier

Im Anschluss an die Keynotes boten vier Workshops den Teilnehmer:innen die Möglichkeit, die zentralen Themen der Tagung nicht nur zu diskutieren, sondern auch durch weitere theoretische Inputs zu vertiefen. Die Workshops widmeten sich den Bereichen Kommunikation, Eigensteuerung, Kooperation und gesellschaftliche Verantwortung.

Nach den fachlichen Impulsen hatten die Teilnehmer:innen im Worldcafé-Format die Gelegenheit, die Inhalte interaktiv zu reflektieren und gemeinsam zu diskutieren. Die Verbindung von Theorie und praxisnaher Auseinandersetzung schuf einen Raum für lebendigen Austausch und neue Perspektiven, die die Bedeutung von Schlüsselkompetenzen in Krisenzeiten greifbar machten.

Um die Ergebnisse der Tagung nachhaltig zu sichern, wird ein gemeinsames Positionspapier entwickelt, das die zentralen Erkenntnisse, Schlüsselkompetenzen und Maßnahmen zusammenfasst und weiterführt.

Festakt: 25 Jahre Zentrum für Soziale Kompetenz
Ein Abend voller Humor, Tiefgang und Begegnungen

Die beiden Kabarettisten Martin Buchgraber und Clemens Maria Schreiner führten mit Charme und Witz durch den Abend und präsentierten das ABC der sozialen Kompetenz – mal humorvoll, mal nachdenklich, mal musikalisch und manchmal auch mit Unterstützung durch das Publikum. Das abwechslungsreiche Programm wurde durch spannende Interviews bereichert, in denen Personen zu Wort kamen, die dem Zentrum für Soziale Kompetenz in unterschiedlichen Rollen verbunden sind.

Drei Praxisworkshops

Eine dritte Workshop-Session bot in drei Parallelworkshops den Teilnehmer:innen einen interessanten Einblick in gelebte Praxis und lud zu einem regen interaktiven Austausch ein:

„Schlüsselkompetenzen für Lehrpersonen! Ein Kurzworkshop zur Verfeinerung bestehender Modelle zur Lehrkompetenz. Welche hochschuldidaktischen Kompetenzen benötigen Lehrende zur Entwicklung von Schlüsselkompetenzen bei Studierenden?“ (Prof. Dr. Stefan Braun M.A, Prof. Dr. Panagiotis Kitmeridis, Dr.in Sabrina Engelmann)

„Viele Kompetenzen. Ein Netzwerk. Aktuelle Themen und Angebote der Gesellschaft für Schlüsselkompetenzen in Lehre, Forschung und Praxis e.V.“ (Dipl.-Päd.in Heike Kröpke, Dr. Patrick Hintze, M.A.)

„Resilienz & Achtsamkeit: Interkulturell & Aktiv – Einblicke in ein kollaboratives internationales Seminar und die Gesundheitsangebote am LehrLernZentrum der Hochschule RheinMain“ (Dipl.-Anglistin Nadine Scholz, Dipl.-Sportwissenschaftlerin Meike Kaltenbach)

Posterausstellung

12 Poster, die vor dem Hintergrund des Generalthemas Best Practice-Beispiele abbilden, wurden im Rahmen der Tagung präsentiert. Diese sind noch im Foyer der Universitätsbibliothek zu sehen.

Verleihung des Future Skills Award

Der Award wurde bereits zum dritten Mal von der Gesellschaft für Schlüsselkompetenzen vergeben. In diesem Jahr wurden sogar zwei Preise ausgelobt, nämlich an die Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie  an die Frankfurt University of Applied Sciences.

Und darüber hinaus …

Eine Buchpräsentation (Kommunizieren – Intervenieren – Kooperieren, herausgegeben von Sascha Ferz, Claudia Neubauer und Karin Sonnleitner), ein Besuch des Botanischen Gartens der Universität Graz sowie die Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Schlüsselkompetenzen in Lehre, Forschung und Praxis e.V. rundeten das Programm einer sehr gelungenen und erfolgreichen Jahrestagung ab.


Programm

Tagungsprogramms als PDF


Poster zur Tagung